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Bericht einer Entscheidungsfindung von Dr. Christina Wummel
– Mitglied des Gewerbeverbandes
Das Ja des Gewerbeverbandes zum Thema Stadt ist
das Ergebnis eines längeren
Prozesses, in dem das Thema durchaus kontrovers diskutiert wurde.
Spontane erste Reaktionen berührten Fragen wie: Entstehen hierdurch
den Bürgern
höhere Kosten, bekommen wir stärkeren Verkehr, dichtere Besiedlung,
geht der Charakter
einer „grünen Gemeinde“ verloren ?
Nach längeren Diskussion gelangten wir zur Überzeugung, es gibt
nichts was zwingend dagegen spricht. Die befürchteten unerwünschten
Effekte sind nicht zwangsläufig mit der Stadtwerdung verbunden, sondern
eher Resultat einer konzeptionslosen Gemeinde. Denn Einigkeit erreichten
wir in einem Punkt sehr schnell: Wir wollen den Gartenstadtcharakter zwingend
erhalten.
Wo liegen die besonderen Vorteile einer Stadt Neuenhagen?
Uns ist klar, es gibt einen Wettbewerb der Randgemeinden um einkommensstarke
Zuzügler
und Investoren, ob man es nun wahrhaben will oder nicht. Hier suggeriert
eine Stadt eine andere Infrastruktur als eine Gemeinde. Neuenhagen hat
viel zu bieten, was einer Stadt würdig ist.
Des Weiteren hat Neuenhagen die Chance, Mittelzentrum zu werden. Wir sehen
hier einen engen Zusammenhang mit den Bemühungen um das Stadtrecht,
denn bisher ist noch keine Gemeinde Mittelzentrum geworden. Wollen wir
diese Möglichkeit und die Sicherung der kommunalen Selbstbestimmung
für die Zukunft leichtfertig verspielen?
Neben dem überregionalen Imagegewinn sehen wir jedoch den größten
Vorteil darin, dass die Gartenstadt uns auch eine Art Selbstverpflichtung
auferlegt. Dies wurde in den bisher stattgefundenen öffentlichen
Diskussionen zum Thema überdeutlich. Immer wieder standen die Fragen
und Forderungen im Raum: Wohin soll sich Neuenhagen entwickeln? Haben
wir ein Leitbild für unser Neuenhagen? Wir brauchen eine Konzeption
zur wirtschaftlichen Entwicklung unseres Ortes!
Hier ist schon einiges in Bewegung geraten, an dem es anzuknüpfen
gilt. Stärker gefordert sind hier die Bürger - und die Parteienvertreter,
die sich aus unserer Sicht bisher kaum aktiv positionierten. Unser Gemeinwesen
braucht gerade in schwierigen Zeiten keine Wahltaktierer, sondern Menschen
mit Zukunftsvisionen. Die Neuenhagener Ortsgeschichte
ist voll von solchen Beispielen.
Wir fänden es schade, wenn die Neuenhagener Bürger aus Angst
vor Veränderung oder aufgrund unzureichender Informationen "Nein"
sagen.
Im Mittelalter war es die größte Ehre für eine Gemeinde,
das Stadtrecht zu erhalten. Die Erfahrungen von Erkner belegen, dass die
positiven Effekte teilweise auch heute noch gültig sind.
Wir als Gewerbeverband möchten unsere Mitbürger ermutigen, "JA"
zur Stadt Neuenhagen zu sagen, der Gartenstadt im Umland
von Berlin.
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